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2000 NEUE WOHNUNGEN FÜR ROSTOCK

In Rekordzeit: Firma Semmelhaack investiert 300 Millionen Euro

In Rekordzeit hat sich das Schleswig-Holstereiner
Immobilienunternehmen Semmelhaack zu einer festen Größe auf dem angespannten Rostocker Wohnungsmarkt entwickelt.

“Wir finden Rostock gut”, sagt Semmelhaack-Manager Hartmut Thede.

2000 NEUE WOHNUNGEN FÜR ROSTOCK

Das Immobilienunternehmen aus Schleswig-Holstein investiert 300 Millionen Euro in der Hansestadt.

Das Beste ist der Ausblick, findet Gerhard Wegner. “Vor ein paar Wochen war das noch alles Baustelle”, sagt der Rentner. Von seinem Balkon aus blickt Wegner auf einen Spielplatz, ein paar hingestreute Einfamilienhäuser und viel Grün. Der 87-jährige Neu-Rostocker ist gerade umgezogen, nach 41 Jahren aus seiner Neubauwohnung in Neubrandenburg in einen gerade fertig gewordenen Neubau im Rostocker Nordosten, in dem auch seine Tochter wohnt. Sein Vermieter ist die Semmelhaack-Stiftung aus Schleswig-Holstein. Deren Namen findet sich auf vielen Mietverträgen, die in letzter Zeit in der Hansestadt unterschrieben wurden.

1100 Wohnungen hat das Unternehmen aus Elmshorn seit 2016 in Rostock gebaut, 900 weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. 300 Millionen Euro werden die Nord-
deutschen dann investiert haben. “Wir sind bewusst in die Stadtteile gegangen, in denen die Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft wohnen”, sagt Semmelhaack-Manager Hartmut Thede. Viele neue Mehrfamilienhäuser entstanden in Lückengrundstücken in den Plattenbauvierteln im Nordwesten und Nordosten, andere auf frei gewordenen Arealen wie dem alten Allende-Klinik in Lütten Klein und der ehemaligen Molkerei in Brinckmansdorf.

Alle paar Wochen ist Thede abends in einem Ortsbeirat zu Gast und stellt sein nächstes Bauprojekt vor. So wie vor ein paar Tagen in der Toitenwinkler Pablo-Picasso-Straße:
110 Wohnungen entstehen in einem sechsgeschossigen, 19 Meter hohem Gebäude. 80 Park- und 200 Fahrradstellplätze, Dachterrassen, Laubengang im Staffelgeschoss. Kosten: Knapp sechs Millionen Euro.

Das Immobilienunternehmen schafft damit etwas, was die kommunale Wiro jahrelang nicht schaffte, meint Anke Knitter (SPD), Ortsbeiratsvorsitzende in Toitenwinkel. Die Kommunalpolitikerin hat bei der städtischen Wohnungsgesellschaft immer wieder nachgefragt, warum denn keine neuen Wohnungen in ihrem Stadtteil gebaut werden. “Meist habe ich eine Abfuhr bekommen”, sagt sie. Begründung: Neubau lohne sich wirtschaftlich nicht in den Randlagen.

Dann kam Semmelhaack. “Unserer Entscheidung, in Rostock zu expandieren, lagen seriöse und solide Kenntnisse und Informationen über den Rostocker Wohnungsmarkt und die weitere Entwicklung des Standorts Rostock zugrunde, wir finden Rostock gut”, sagt Thede. Ein Teil der Wohnungen entsteht mit Fördermitteln des sozialen Wohnungsbaus, die
Mieten liegen teils unter sechs Euro je Quadratmeter, in den frei finanzierten Abschnitten nannte das Unternehmen bisher 9,50 bis 10 Euro als Obergrenze für die Nettokaltmiete. Die Schleswig-Holsteiner sind seit mehr als 40 Jahren im Wohnungsbau tätig, 22 000 Wohnungen verwaltet das Unternehmen mittlerweile bundesweit. Ein Drittel davon befindet sich in Potsdam, aber auch Rostock ist mittlerweile einer der wichtigsten Standorte. Semmelhaack arbeitet oft mit den gleichen Baufirmen und Architekten zusammen, das macht das Bauen billiger.

“Die Semmelhaack-Häuser haben einen Wiederkennungswert”, sagt Uwe Michaelis (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender in Groß Klein. Die Fassaden “strahlen eine gewisse Dominanz aus”. Andererseits sei es sicher schwierig, zwischen die bestehenden Plattenbauten etwas Neues zu pflanzen, was allen gefällt, so der Ortsbeirat. “Dass Wohnraum geschaffen wird, ist positiv.”

Quelle: Auszug, Ostsee-Zeitung Ausgabe Rostock vom 25.03.2021